Klärwerk Magdeburg/Gerwisch

Im Klärwerk Magdeburg/Gerwisch wird das Abwasser behandelt, indem mechanisch absetzbare und aufschwimmende Schmutzstoffe abgetrennt und gelöste Abwasserbestandteile biologisch abgebaut werden.



Das Klärwerk Magdeburg/Gerwisch verfügt mit seiner gleichzeitigen Stickstoff- und Phosphor-Elimination sowie der Schlammbehandlung über eine moderne abwassertechnische Technologie. Das bei der Schlammbehandlung anfallende Klärgas wird in Blockheizkraftwerken energetisch verwertet.

 

Wissenswertes

Seit wann existiert das vollbiologische Klärwerk?

Das Klärwerk Magdeburg/Gerwisch wurde 1999 in Betrieb genommen.

Wie viel hat es gekostet, das Klärwerk zu bauen?

Die Baukosten betrugen 77 Millionen Euro.

Wie viele Menschen arbeiten im Klärwerk?

Derzeit sind 40 Mitarbeiter beschäftigt.

Woher stammt das Abwasser, das im Klärwerk eintrifft?

Das Abwasser kommt aus Magdeburg und den umliegenden Gemeinden.

Wie viel Abwasser kann das Klärwerk reinigen?

Das Klärwerk kann bis zu 7.500 m³ Abwasser pro Stunde reinigen.

Wie sauber ist das Wasser, nachdem es im Klärwerk gereinigt wurde?

Der Reinigungsgrad beträgt im Mittel 96%, gemessen am Summenparameter Chemischer Sauerstoffbedarf. Es entspricht damit der Badewasserqualität.

Funktionsweise des Klärwerks

1) Einlaufbauwerk

Das Wasser, welches nach dem Duschen oder auch dem Zähneputzen im Abfluss verschwindet, landet im Magdeburger Kanalnetz. Mithilfe von Abwasserpumpwerken wird dann das Abwasser durch Druckleitungen zum Einlaufbauwerk des Klärwerks befördert.

2) Rechenanlage

In diesem Bereich wird das Abwasser von grobem Dreck befreit.

3) Sand- und Schwimmstofffang

In diesem Teil der Anlage wird das Abwasser von Sand und von Fetten befreit. Die Fette könnten zum Beispiel vom Abwaschwasser stammen. Sand kann durch Regen in das Kanalnetz geflossen sein.

4) Vorklärbecken

Die geringe Fließgeschwindigkeit des Wassers in diesem Becken führt dazu, dass sich die kleineren restlichen Feststoffe am Boden als Primärschlamm ansammeln. Leichtere Stoffe schwimmen oben. Beides kann nun leicht vom Wasser getrennt werden.

5) Abluftbehandlung

Hier wird die stinkende Luft der Abwässer abgezogen und behandelt.

6) Kaskadenbelebungsanlage

Mikroorganismen übernehmen die weitere Reinigung. Sie können verschiedene Stoffe aus dem Wasser abbauen und bilden dabei den  Belebtschlamm.

7) Nachklärung

Der in der Kaskadenbelebungsanlage erzeugte Belebtschlamm kann als Rücklaufschlamm vom gereinigten Abwasser getrennt werden.

8) Chemische Reinigungsstufe

Durch Beimischung von Chemikalien können letzte verbliebene Stoffe vom Abwasser getrennt werden. Damit ist die letzte Reinigungsstufe beendet und die Säuberung des Abwassers im Klärwerk Gerwisch abgeschlossen. Zu über 90 % ist es nun von den verschiedenen Verunreinigungen befreit.

9) Ablaufsystem und Hochwasserpumpwerk

Das gereinigte Abwasser wird abschließend durch zwei Ablaufleitungen in die Elbe geleitet.

10) Gasverwertung und Schlammbehandlung

Der bei der Reinigung des Abwassers gebildete Schlamm wird in Faulbehältern, die 8.600 Kubikmeter Schlamm fassen können, ausgefault und stabilisiert. Dort verbleibt der Schlamm für rund 25 Tage. Durch den Faulprozess bilden sich Gase. Diese können in eigenen Blockheizkraftwerken so genutzt werden, dass damit 100% des Wärmebedarfs und 50 % des Strombedarfs des Klärwerks gedeckt werden können.
In Zentrifugen wird der verbleibende Schlamm geschleudert. Dabei wird er eingedickt und vom Schlammwasser getrennt. Dieser Klärschlamm wird dann als Dünger und Kompost in der Landwirtschaft genutzt.

11) Betriebsgebäude

Von hier aus kann der gesamte Betrieb im Klärwerk überwacht werden.

Ansprechpartnerin

Frau Birgit Doeppner
0391 587-1401
doeppner@sw-magdeburg.de

 

 

Besichtigungen

Gern bieten wir Ihnen auch die Möglichkeit an, das Klärwerk zu besichtigen. Bitte wenden Sie sich dazu ebenfalls an Frau Doeppner.